Eine gute Zeit


Es ist längst nicht alles gut. Die Menschheit steht vor gewaltigen Problemen und gigantischen Herausforderungen. Aber wir haben gemeinsam auch unschätzbare Potenziale und unendlich viele Chancen. 

In Mitteleuropa geht es uns besser als jemals zuvor. Wir haben Freiheiten und Möglichkeiten, wie es sie bisher noch nicht gab, wir essen Südfrüchte das ganze Jahr und sind es gewohnt, in den Supermärkten vor vollen Regalen zu stehen. Früher hätten Menschen solch selbstverständliche Fülle als paradiesisch angesehen. Zentral beheizte Wohnungen im Winter, fließendes kaltes und warmes Wasser, bequeme Kleidung, komfortable Mobilität, kein Ungeziefer, dafür sichere medizinische Versorgung und Zahnärzte, die fast schmerzlos behandeln. Kein Kaiser vor ein paar hundert Jahren lebte komfortabler als normale Menschen heutzutage.

Dennoch gibt es genug zu klagen. Chandika und ich plädieren nicht für Zufriedenheit. Wir möchten realistisch sein. Und das heißt, beide Seiten zu beachten. Nicht nur die gute und nicht nur die schlechte. Es gibt eben auch sehr viel Schönes - obwohl jeder positive Fortschritt auch negative Konsequenzen hat. 
Selbst die beste Absicht verändert stets das Gesamtgefüge, so dass daraus irgendwo auch ungewollte Nachteile entstehen. Und es wäre falsch, sie nicht zu sehen.

Insgesamt jedoch sind, gerade wenn man lange Distanzen überblickt, die Fortschritte dominierend, weil dies der Logik des Lebens entspricht. Denn langfristig kann sich nichts etablieren, was im Lebenssinne keinen Vorteil bringt. Es stände der Dynamik des Lebensprozesses entgegen. 

Und dafür, dass es gut und besser weitergeht, wollen wir uns gerne mit eigenem Beispiel engagieren.